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Anstieg der Krankenversicherungsprämien 2024: Belastung für Versicherte

 Die Prognosen für das Jahr 2024 sind da, und es steht fest: Die mittlere Krankenversicherungsprämie wird im kommenden Jahr im Durchschnitt um 8,7 Prozent steigen. Dieser markante Anstieg ist bereits im zweiten Quartal abgezeichnet und betrifft nahezu alle Kostengruppen. Leider hat das eidgenössische Departement des Innern (EDI) den Spielraum für sofortige Kostendämpfungsmaßnahmen nicht ausreichend genutzt, was zu einer Belastung der Versicherten führt.


Kostendämpfung an der richtigen Stelle


Die steigenden Prämien sind ein Alarmsignal, das dringendes Handeln erfordert. Es ist von entscheidender Bedeutung, Kostendämpfungsmaßnahmen dort umzusetzen, wo sie die Qualität nicht beeinträchtigen und gleichzeitig Fehlanreize beseitigen. Ein Beispiel hierfür ist die Tatsache, dass Apotheker oder Ärzte mehr verdienen, wenn sie teure Originalmedikamente verschreiben, anstatt kostengünstige Generika zu empfehlen.


Reformen mit Potenzial zur Kostendämpfung


Es gibt bereits Reformen auf dem Weg, die erhebliches Potenzial zur Kostendämpfung bieten. Die einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen (EFAS) könnte laut Berechnungen des Bundesamts für Gesundheit Einsparungen von mindestens 1 Milliarde Franken bringen. Ebenso wird der neue Arzttarif TARDOC, der den veralteten TARMED ersetzen soll, zu Kostendämpfungen führen. Das Kostenneutralitätskonzept für TARDOC verspricht Einsparungen von 600 Millionen Franken innerhalb von drei Jahren ab dem Start im Jahr 2025.


Diskussion über den Leistungskatalog


Um die Belastung der Versicherten zu reduzieren, ist es wichtig, den Leistungskatalog in der obligatorischen Grundversicherung zu überdenken. Dieser umfasst derzeit praktisch 98 Prozent aller Leistungen. Eine Diskussion darüber, ob dieser Vollausbau notwendig ist, kann das Potenzial zur Entlastung der Versicherten aufzeigen. Es ist auch wichtig, gemeinsam mit Leistungserbringern, Kostenträgern und Patienten unnötige oder schädliche Leistungen zu vermeiden.


Zukunft des Gesundheitssystems


Viele der vorgeschlagenen Reformen verschlechtern das bestehende System und lenken von laufenden Reformen wie der Margenrevision, EFAS und TARDOC ab. Sobald diese Reformen erfolgreich abgeschlossen sind, wird Raum für weitere Reformen geschaffen, die das Schweizer Gesundheitssystem weiterhin zu einem der besten der Welt machen, gleichzeitig aber bezahlbar halten.


Quelle: curafutura, Dental Tribune Schweiz 07/23