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Weihnachtsgeld in Deutschland: Ein wichtiger Bonus vor den Festtagen

 Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland ist das Weihnachtsgeld eine willkommene finanzielle Unterstützung, besonders in Zeiten anhaltender Inflation. Allerdings zeigt eine aktuelle Auswertung, dass nur etwas mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland in den Genuss dieser Sonderzahlung kommt. Ein entscheidender Faktor, der darüber entscheidet, ob Weihnachtsgeld gezahlt wird oder nicht, ist die Tarifbindung. Von den Beschäftigten, die unter Tarifverträgen arbeiten, erhalten 77 Prozent Weihnachtsgeld, während in Betrieben ohne Tarifvertrag nur 42 Prozent diese Zusatzzahlung erhalten. Diese Ergebnisse basieren auf einer Umfrage des Internetportals Lohnspiegel.de, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. An dieser Umfrage nahmen zwischen November 2022 und Oktober 2023 über 40.000 Beschäftigte teil.


Tarifverträge und Weihnachtsgeld


Die Zahlung von Weihnachtsgeld kann entweder durch Tarifverträge oder durch "freiwillige" Leistungen des Arbeitgebers geregelt sein, die bei wiederholter Zahlung zur Gewohnheit werden und somit verpflichtend sind. In der Praxis wird jedoch in Unternehmen ohne Tarifvertrag deutlich seltener Weihnachtsgeld gezahlt. Die feste tarifliche Regelung für Weihnachtsgeld wurde über Jahrzehnte von Gewerkschaften und ihren Mitgliedern erkämpft. In tariflosen Betrieben ist auch das monatliche Grundgehalt im Durchschnitt niedriger, was die Beschäftigten zusätzlich benachteiligt.


Weihnachtsgeld für verschiedene Gruppen


Es gibt verschiedene Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit des Erhalts von Weihnachtsgeld beeinflussen:


West/Ost: Es bestehen immer noch signifikante Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland. In Westdeutschland erhalten 55 Prozent der Befragten Weihnachtsgeld, während es in Ostdeutschland nur 43 Prozent sind. Dies hängt auch mit der geringeren Tarifbindung in Ostdeutschland zusammen.


Vollzeit/Teilzeit: Es gibt auch Unterschiede hinsichtlich des Beschäftigungsstatus. Bei Vollzeitbeschäftigten ist der Erhalt von Weihnachtsgeld mit 54 Prozent etwas verbreiteter als bei Teilzeitbeschäftigten, von denen 49 Prozent diese Sonderzahlung erhalten.


Befristet/unbefristet: Ähnliche Unterschiede gibt es zwischen Beschäftigten mit befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen. Während nur 48 Prozent der Befristeten Weihnachtsgeld erhalten, sind es bei den Unbefristeten 54 Prozent.


Männer/Frauen: Männer erhalten mit 55 Prozent immer noch etwas häufiger Weihnachtsgeld als Frauen, von denen 51 Prozent diese Sonderzahlung bekommen.


Unterschiedliche Höhe des Weihnachtsgeldes


In den meisten großen Tarifbranchen gibt es tarifvertragliche Bestimmungen zum Weihnachtsgeld oder ähnlichen Sonderzahlungen zum Jahresende. Die Höhe dieser tariflichen Sonderzahlung variiert erheblich. Bei den mittleren Entgeltgruppen reicht sie von 250 Euro in der Landwirtschaft bis zu 3.836 Euro in der Chemischen Industrie. In den meisten Fällen wird das Weihnachtsgeld als fester Prozentsatz vom Monatsgehalt berechnet. In einigen Branchen, in denen für 2023 höhere Tarifentgelte vereinbart wurden, stieg auch das Weihnachtsgeld entsprechend.


Fazit


Das Weihnachtsgeld bleibt für viele Beschäftigte in Deutschland trotz einer gewissen Entspannung der Preissituation eine wichtige finanzielle Unterstützung. Tarifverträge bieten in der Regel bessere Bedingungen für den Erhalt von Weihnachtsgeld, und die Höhe variiert stark je nach Branche. Es bleibt jedoch ein wichtiger Faktor zur Verbesserung der finanziellen Situation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor den Feiertagen.